Meine damalige Reitbeteiligung SISCO
Criollo-Mix - damals 11 Jahre alt
Ich wandte bereits die Psychologie an, ohne es zu wissen!
Nachdem wir ein paar Höfe angefahren hatten, sah ich plötzlich ein Pferd auf einer Koppel stehen, das mich sofort faszinierte. Ein wunderschöner gescheckter Criollo-Mix stand vor uns und als ich dann in seinem braunen Fell auf der linken Schulter noch ein weißes "V" als Abzeichen sah, wurde mir klar, "V" für "Vanessa", ich habe mein Pferd für meine Reitbeteiligung gefunden, ohne irgendetwas über ihn zu wissen. Sofort informierte ich mich auf dem Hof über die Besitzerin und nahm umgehend Kontakt zu ihr auf. SISCO wurde sodann meine Reitbeteiligung.
Ich merkte bereits zu Beginn, dass einiges bei dem hübschen Kerl nicht stimmte. Er lies nur widerwillig Berührungen zu und lief sofort weg, wenn man die Koppel betrat. Bei schnellen Berührungen und Bewegungen explodierte er regelrecht.
Da stand für mich fest: Bevor ich bei diesem Pferd nur annähernd ans Reiten denke, muss eine Beziehung und Vertrauen aufgebaut werden.
Gesagt, getan!
Bereits nach ein paar Wochen (ich war täglich anwesend) hatte ich ein komplett ausgewechseltes Pferd vor mir. Er wieherte schon, wenn er mein Auto an der Koppel vorbeifahren sah, und galoppierte dann sofort zu mir. Das war das schönste Gefühl der Welt! Ich durfte ihn überall anfassen und er entspannte sogar dabei. Diese entstandene Beziehung und das Vertrauen war dann auch anschließend im Sattel unbezahlbar.
Nach ca. 1,5 Jahren beschloss die Besitzerin von Sisco, ihn zu verkaufen. Für mich stand sofort fest, entweder dieses Pferd oder keines! Leider wurde ein mehr als utopischer Preis angesetzt, sodass ich leider von meinem größten Traum, mit Sisco den Weg bis an sein Lebensende gemeinsam zu gehen, Abstand nehmen musste.
Es zerbrach mir das Herz und ich wollte daher von den Pferden als auch vom Reiten nichts mehr wissen. Dank meiner lieben Schwester Silke schaffte ich es wieder aus diesem "Loch" heraus und wir begaben uns auf die Suche nach unserem ersten eigenen Pferd - TOY!
Mein Seelenpferd TOY
Quarter-Andalusier-Mix - *01.11.2009
Die Suche nach dem ersten gemeinsamen Pferd!
Es sollte ein gemeinsames Pferd für mich und meine Schwester Silke werden. Unsere Vorstellung war, zwischen 8 und 13 Jahren alt, nach Möglichkeit Wallach, fertig ausgebildet und natürlich ruhig und gelassen. Das Schicksal spielte jedoch anders und wir trafen auf Toy.
Angeblich sollte er 5 Jahre alt und bereits ausgebildet sein. Jedoch wurde laut Pass und Tierarzt schnell klar, dass er erst 3-jährig war und ebenfalls komplett roh, also nichtmal halfterführig! Genau das was wir eigentlich NICHT wollten! Toy stand jedoch in komplett desolater Haltung und ohne jegliche Artgenossen. So stand für uns fest, er muss da weg! Also wurde nicht lange überlegt und wir kauften im November 2012 unser erstes gemeinsames Pferd.
Und dann fing es an...
Kaum auf dem von uns ausgwählten Pferdehof angekommen, wurden die Problematiken schnell klar: Gezieltes Treten, Beißen und Steigen waren an der Tagesordnung. Nicht mal Hufe auskratzen oder Putzen waren möglich. Viele Tränen flossen und ich entwickelte sogar Angst vor Toy.
Aber... Verkaufen kam nicht in Frage!!!
So vergingen die Wochen bis ich mir bewusst wurde, dass er nichts für sein Verhalten kann. Er erfuhr keinerlei Beziehung zu einem Menschen, was zu meinem heutigen Grundsatz passt:
OHNE BEZIEHUNG KEINE ERZIEHUNG UND OHNE ERZIEHUNG KEINE BEZIEHUNG!
So legte sich bei mir ein Schalter um und aus Angst wurde Motivation! Sein Verhalten besserte sich zusehens und nach ca. 2 Jahren fast täglicher Bodenarbeit, auch mit Trainerin, begannen wir, ihn einzureiten.
Was soll ich euch sagen, er wurde ein absolutes Verlasspferd, eine Lebensversicherung, mein bester Freund und Seelenverwandter.
Er ist ein absolutes "Spielkind" und macht seinem Namen alle Ehre!
Mein Herzenspferd MONTY
Irish-Drum-Horse - *10.05.2006
Eigentlich ein Pferd für meinen Mann!
Als mein Mann Michael auch mit dem Reiten begann und wir ein Baugrundstück mit Pferdehaltung fanden, war schnell klar, wir möchten ein zweites Pferd!
Unser Weg führte uns im Juni 2019 zu einem Händler/Schlachter. Wir betraten die Stallungen und sofort fiel mein Blick auf ein 12-jähriges Irish-Drum-Horse, das laut Papieren 2016 aus Irland importiert wurde. Das Pferd, das keinen Namen sondern lediglich eine Nummer besaß, wurde für uns nach draußen auf den Platz gebracht.
Hier wurde mir sofort klar, dass er in seinem Leben schon sehr viel Leid ertragen musste. Er war total eingeschüchtert, lies sich nicht anfassen und allein beim Anblick eines Sattels drehte er durch. Man sah die Panik in seinen Augen. Die meisten Menschen hätten sich bei diesem wirklich nicht schönen Anblick wahrscheinlich sofort gegen ihn entschieden.
Für uns war jedoch klar, dieses Pferd bekommt bei uns seinen Endplatz und den Namen Monty!
Bei Monty mussten wir sehr viel Zeit investieren, um eine Beziehung und das damit verbundene Vertrauen aufzubauen. Doch auch er wurde ein absoluter Goldschatz und ein Schmusebär.
Er dankt uns die ihm gegebene Zeit des Beziehungsaufbaus jeden Tag aufs neue mit seinem riesengroßen sanftmütigem Herzen!
Mit Toy und Monty zogen wir sodann im September 2019 in den eigenen Offenstall hinter unserem, damals noch im Rohbau stehenden, Haus, wo Monty sich entschied, doch eher ein "Mama-Pferd" zu werden.
Mein Riesenbaby MORITZ
Cheval de Selle Français - *15.02.2012
Nun aber wirklich ein Pferd für meinen Mann - ungeplant!
Moritz stand bereits am vorherigen Stall in der Herde von Toy und ich kümmerte mich oft um ihn und seinen alten Freund Amigo, der der gleichen Besitzerin gehörte, mit. Die Besitzerin wollte Moritz schon im Jahr 2019 verkaufen. Mein Mann hatte zu diesem Zeitpunkt schon ein Auge auf ihn geworfen und sein Interesse bekundet. Sie entschied sich aber, ihn doch zu behalten und so kamen wir damals zu Monty.
Nun war jedoch im Jahr 2020 der Zeitpunkt gekommen, an dem sie das Interesse an den Pferden verloren hatte und der damals 8-jährige Schimmel verkauft werden sollte. Da Moritz immer der liebste Spielgefährte von Toy war, überlegten wir nicht lange und kauften im Oktober 2020 unser drittes, nicht geplantes Pferd.
Auch hier mussten wir wieder den "Reset-Knopf" drücken, da er zwar von einer Trainerin nach FN-Leitfaden ausgebildet wurde, jedoch ohne jeglichen Beziehungsaufbau und ohne intensive Bodenarbeit, was sich in seinem Verhalten deutlich widerspiegelte.
Moritz ist zwar kein Jungpferd mehr, aber vom Kopf her keinesfalls erwachsen. Wir fingen also wieder bei "0" an und gingen in einem langsamen Tempo mit vielen Wiederholungen voran, da sich auch eine Lernschwäche bei ihm herausstellte. Dies ist keineswegs dramatisch, er braucht nur halt manchmal etwas länger. Er ist ein abolutes Sensibelchen und wäre keinesfalls für den Turniersport oder einen Reiter mit einer "harten" Hand geeignet.
Mittlerweile entwickelt er sich zu einem super Verlasspferd, das mit seinem Menschen durchs Feuer geht - Vorausgesetzt die Beziehung und das Vertrauen stimmen!
Mein dankbarer Opi AMIGO
Haflinger-Mix - *03.10.1995
Der Opi soll auch verkauft werden - was nun?
Im August 2021 war es soweit, die damalige Besitzerin von Moritz wollte auch Amigo, einen 26 Jahre alten Haflinger-Mix, abgeben. Amigo war ein sehr in sich gekehrtes Pferd, das keinem zur Last fallen wollte und einfach mit allem zufrieden war. Er besaß nahezu keine Muskulatur, hatte hochgradig Arthrose und befand sich im Ruhestand, wurde also schon seit längerer Zeit nicht mehr geritten.
Als ich dann die Verkaufsanzeige sah, war ich sehr geschockt. Er wurde quasi als reitbarer Beisteller angeboten, dem lediglich ein wenig Muskulatur fehlte. Das zu lesen, verursachte bei mir einen Stich mitten ins Herz. Ich merkte, wie sehr ich an diesem Opi hing, sodass mein Mann und ich uns sehr viele Gedanken machten. Er sollte doch einfach sein Gnadenbrot bekommen und seinen Lebensabend gemeinsam mit Artgenossen auf der Koppel verbringen dürfen.
Wir übernahmen im August 2021 also auch den Opi, der nun bei uns seinen wohl verdienten Ruhestand genießt. Er und Monty sind ein absolutes Dream-Team und unzertrennlich. Mittlerweile hat sich Amigo zu einem sehr aufgeschlossenen Pferd entwickelt, das jede Schmuseeinheit genießt und sogar laut brummelt und uns entgegen läuft, wenn wir die Koppel betreten. Seine Arthrose haben wir mittels der natürlichen Pferdefütterung bestens im Griff, sodass man ihm meistens gar nichts mehr ansieht. Wir gehen viel mit ihm spazieren und machen leichte Boden- und Kopfarbeit, um ihn gesund zu erhalten. Aber eines steht fest - er muss nie wieder Gewicht auf seinem Rücken tragen!